Radwege - lebensgefährlich für den Fahrradfahrer?
Warum mag jemand Radwege nicht? Jeder weiß doch, dass Autos die
größte Gefahr für Radfahrer sind! Ist es nicht das beste, Rad und
Autoverkehr zu trennen?
Aktuelle Untersuchungen verschiedener Stellen belegen aber, nirgends
ist der Radfahrer mehr gefährdet, als auf einem Radweg. Hier werden
Radfahrer leicht übersehen und von abbiegenden Kfz über den Haufen
gefahren
Fachleute und der ADFC sind sich in der Zwischenzeit einig: Radwege
sind Schnee von gestern. Radstreifen und Radspuren auf Straßenebene sind
viel sicherer, da die Radfahrer besser wahrgenommen werden.
Nur in der Stadtverwaltung ist man oft anderer Meinung. Dort meint man
es besser zu wissen. Radanlagen werden quer über Fußwege, möglichst weg
von der Autofahrbahn gebaut und begründet das mit Sicherheitsbelangen
älterer und unerfahrener Radfahrer. Das ist verheerend, denn gerade diese
Radfahrer vertrauen der vermeintlichen Sicherheit von Radwegen. Wer
Gefahren nicht erkennt ist doppelt gefährdet.
Die Planungen werden gegen den Widerstand derer durchgesetzt, die mit
damit leben müssen, gegen die Radfahrer. Die Folge der Dresdner Sturheit
sind mehr Getötete und Verletzte und ein geringerer Radfahreranteil als
in vergleichbaren anderen Städten.
(wozu Radwege wirklich da sind: hier
klicken)
Letzte Erweiterung: 11. November 2003
Dazu etwas aus den Schreiben an diverse Ämter:
NEU (11. November 2003)
Die Wienerstraße / Gellertstraße vom Hauptbahnhof bis zum
großen Garten wird ausgebaut. Ursprünglich gab es akzeptable Planungen
mit Radstreifen im Kreuzungsbereich. Das, was letztendlich gebaut wurde,
hatte nichts mehr mit diesen Planungen zu tun. Masten auf dem Radweg,
Schikanen und Gefährdungen wohin das Auge blickt. Nicht nur die Leute vom
ADFC waren sauer, weil sie einfach übergangen worden sind:
Mein Brief an die Leiter der Stadtverwaltung
Der Brief in Zusammenhang mit einer Pressemitteilung des ADFC hat für
einigen Wirbel gesorgt, so als Aufmacher der Dresdner Wochenendausgabe der
SZ. Ich bekam eine Einladung zum Gespräch mit dem zuständigen Planer,
Herr Schade vom Straßen und Tiefbauamt, die ich gerne annahm.
Der Bearbeiter schien mir durchweg kompetent und problembewusst. Er war
selber mit dem Resultat nicht zufrieden. Schuld an den Planungsänderungen
war demnach das Regierungspräsidium, welches im
Planfeststellungsverfahren die KfZ-Leistungsfähigkeit der Straße
(sächsische Regierung = CDU) erhöhen wollte. Die dabei völlig
veränderten Radverkehrsanlage betrachtete das RP scheinbar als eine
solche unbedeutende Änderung, dass auf eine erneute Auslegung der Pläne
und Mitsprachemöglichkeit der Bürger verzichtet wurde.
Anfrage
der Grünen im Stadtrat vom 06.Oktober 2003
Zeitungsartikel
in der SZ vom 18. Oktober 2003
Zeitungsartikel
in der DNN vom 21.Oktober 2003
Zeitungsartikel
in der SZ vom 5. November 2003
Eine neue Runde für die Königsbrücker Straße. In leben-in-dresden-de
wurden neue Planungen mit neuen Radanlagen vorgestellt, wobei Radfahrer
komplett auf Fußwege abgeschoben werden. Ich hab alle Mängel aufgelistet
und Änderungsvorschläge gemacht. Hoffentlich hat es Wirkung!
Brief zu den neuen Plänen zur
Königsbrücker Straße
Auflistung der
Schwachstellen und Änderungsvorschläge mit Graphiken
Die Bergstraße, die quer durch den Uni-Campus verläuft, soll
laut CDU-Stadtrat 4-8streifig als Zubringer zur neuen A 17 ausgebaut
werden. Der übrig bleibende Platz sollen sich Radfahrer und Fußgänger
teilen. (im
Stadtplan)
Der autogerechte Stadtumbau und die dabei gefundenen Kompromisse sind
aus Sicht der Fußgänger und Radfahrer äußerst unglücklich und stehen
im Mittelpunkt der Kritik der Studenten.
Brief an den OB zur Bergstraße
Die Löbtauer Straße wird im Bereich Schweriner Straße -
Cottaer Straße für Bahn und Auto ausgebaut. Radfahrer sollen auf den
Fußweg ausweichen. Sie gefährden somit Fußgänger und werden von
Autolenkern übersehen. (im
Stadtplan)
Mein Einspruch dazu: Einspruch Löbtauer
Straße
In der Zwischenzeit gab es auch schon eine Antwort und den
Erörterungstermin beim Regierungspräsidium. Letzterer ist zwar gut
gelaufen, aber die Planungen sind ohne wesentliche Veränderungen
durchgegangen.
Beim Planfeststellungsverfahren ist es scheinbar schon zu spät, um
Änderungen durchzusetzen. Aber wieder mussten sich einige Beamte mit den
Folgen ihrer Planungen auseinandersetzen, alleine das ist es wert.
Ein sehr enger und extrem überlasteter Fußweg wurde für Radfahrer
freigegeben. Ein Jahr später wurde hier ein Junge von einem LKW
totgefahren. (im
Stadtplan)
Tödlicher Unfall Kesselsdorfer
Straße
Als Antwort auf den Brief bekam ich einen Anruf vom Chef des
Ordnungsamtes, der scheinbar sehr betroffen darüber war, das ich Ihn für
mitschuldig befinde aber nicht bereit ist, Konsequenzen zu ziehen.
Am Albertplatz sollen Radfahrer auf die Bürgersteige verwiesen
werden, um längere Grünzeiten für die motorisierte Welt zu
erreichen. Mein Ansinnen war leider völlig erfolglos, es wurde
gebaut und die Radwege sogar mit Natursteinen gepflastert! (im
Stadtplan)
Radwegbau am Albertplatz
Den habe ich für eine Freundin geschrieben. Auf Grund der vielen
Einsprüche hatte das Regierungspräsidium die Genehmigung des Ausbaus
verweigert. Hier hatte Bürgerbeteiligung Erfolg auf voller Breite. (im
Stadtplan)
Einspruch Königsbrücker
Straße
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